Metallfigur

Was ist körperorientierte Psychotherapie?

Die körperorientierte Psychotherapie ist eine tiefenpsychologisch fundierte Methode. Das bedeutet, es werden Zusammenhänge zwischen der heutigen Lebenssituation und der bisherigen Lebensgeschichte untersucht und aufgedeckt. Im Verständnis der Körperpsychotherapie sind unsere Lebenserfahrungen jedoch nicht nur im Gedächtnis, sondern auch in unserem Körper gespeichert. Deshalb wird zusätzlich zum Gespräch der Körper in die therapeutische Arbeit mit einbezogen und auf dem Weg zu einer Heilung sinnvoll genutzt. Hierdurch können Erinnerungen leichter und ganzheitlicher erlebbar gemacht werden, als dies rein verbal möglich ist.

Die Methoden, mit denen in der Körpertherapie gearbeitet wird, sind sehr zahlreich. Hier ein paar Beispiele zur Veranschaulichung:

  • Körperwahrnehmung: Schon die Bewusstheit darüber, welche Teile meines Körpers ich nicht spüre, kann ein erster Schritt in Richtung zur Besserung sein.
  • Berührung: Berührung erfolgt nur in Absprache mit dem Klienten und der Erklärung, wozu die Berührung dienen soll. Beispiel: Für jemanden, der permanent seine Schultern einzieht, kann es sinnvoll sein, diesen selbst erzeugten Druck einmal von außen zu bekommen, um zu spüren, wie es sich anfühlt, selber loszulassen. Eine aufgelegte Hand kann hilfreich sein, um einen Körperbereich wahrzunehmen, den ich sonst nicht spüre. (Dass jede Form von erotischer Berührung ausgeschlossen ist, versteht sich von selbst.)
  • Atmung: Über die Atmung kann ich steuern, wieviel ich an Gefühl zulassen möchte. Die Bewusstheit darüber und ein Ausprobieren in der Sicherheit des therapeutischen Rahmens ist ein Schritt zu mehr Autonomie.

Ziel der Körpertherapie ist es, zu einem Leben mit größtmöglicher Bewusstheit und Lebensfreude zurückkehren. Hierzu gehört das Bewohnen des eigenen Körpers genau so wie das autonome Gestalten aller anderen Lebensbereiche, wie Partnerschaft, Familie, soziale Kontakte und Beruf.